Hier steht sie nun – sie ist angekommen im Hofcafé Ottilie beim kleinen Bio-Obsthof von Kerstin Hintz. Sie ist an einem Ort, wo man unserer Mutter Erde Beachtung schenkt. Sie ist an einem weiblichen Ort, dort, wo es wichtig ist, dass unser Körper mit guten Lebensmitteln versorgt wird, dort, wo Gastlichkeit zählt, wo Ruhe geschenkt wird dem, der sie braucht. 

Wir wissen nie vorher, wer kommt und sich als Nixenbegleiter einfindet. Es ist nur ein Termin bekannt gegeben. Aber die Nixe zieht Menschen an, verbindet Menschen miteinander. Interessante Gespräche entstehen dabei, denn unser Zusammensein ist offen. Es dient keiner Abgrenzung, es ist keine Anti-Bewegung, die Nixe steht eher für die Integration des Fremden – und dabei vor allem auch für die Integration des zunächst Fremdartigen in uns selbst.

Und deshalb benötigt sie auch „Schildträger“, eine Garde, die „Gefährten zu Fuß“, die früher einmal den König schützten und heute denen Schutz bieten, die eben nicht gekommen sind, um über andere Macht auszuüben oder um zu HERRschen. Die große Loyalität unserer Schildträger gilt denen, die auf subtilere Art um Aufmerksamkeit werben, die weibliche Werte in die Welt zu bringen versuchen.

Ich wünsche der Nixe am jetzigen Standort viele gute Begegnungen. Und unserer Welt würde ich gerne mehr Nixen wünschen!

(Ria Wahlen-Cordes)