Sie spüren, dass der Winter naht. Sollte es kalt werden, finden sie hier nicht genügend Futter mehr. Also wird die ganze Truppe nochmal zusammentrompetet. Sie lassen sich etwas Zeit, auf dass auch alle Verwandten rechtzeitig erscheinen, alle mitgenommen werden können – und dann kommt der Moment des Abflugs. Irgendwer aus der Gruppe gibt den Impuls zum Losfliegen, die anderen folgen. Ein ganzer Schwarm setzt sich in Bewegung. Und wir, die wir mit unseren Füßen auf der Erde sind, hören sie oben trompeten.

Erinnert Ihr euch noch, wie wir immer losgezogen sind im vergangenen Jahr? Monat für Monat?
Aber nicht, weil uns der Winter dazu zwang, auch mussten wir nicht solch lange Strecken zurücklegen. Wir taten etwas, dass erwachsene Menschen nicht so oft mehr tun – wir kreierten selber ein „Spiel“ und erfreuten uns gemeinsam an dessen Ausführung.

Ich finde es ganz toll, wie lange wir unser Projekt zusammen aufrecht erhielten, immerhin ein echtes Kunst- und Kulturprojekt – auf dem Dorf. Das ist stark und besonders. Freunde von Bernd und mir aus verschiedenen Großstädten Deutschlands nahmen aus der Ferne Anteil daran, fanden das Projekt witzig, ungewöhnlich und bemerkenswert und fragten immer mal wieder nach, was die Nixe denn mache.

Andere haben sowas nämlich nicht!

Ich frage euch mal: Sollen wir, weil uns etwas sehr Unschönes ganz abrupt ausgebremst hat, nun unsere Nixe in einem Moorsee versenken? Das ganze Projekt sang- und klanglos als erledigt betrachten?

Oder wollen wir dem Projekt ein Ende verleihen, das ihm würdig ist? Ihm einen Abschluss geben, der auch gleichsam unsere Einspannungen, unsere Freude, unsere Mühe, unser Durch- und Festhalten über Monate an diesem Projekt würdigt?

Sonja, Gundula und ich haben entschieden, dass wir das tun sollten.
Wir haben gestern die Nixe mit dem VW-Bus vom Schwimmbad geholt und sie bei Zinkes in Steinkirchen in den Garten gestellt. Von dort soll sie am 31.10. zum Rathaus wandern. So ist die Planung.
Eine Einladung mit genauer Zeit- und Ortsangabe folgt noch, wenn ich weiß, wann wir beim Rathaus erwartet werden.

Ich möchte heute, passend zum Herbst, unsere alte Gemeinschaft der „Nixenbegleiter“ ansprechen. Hätte ich so eine lange Lunge im Körper wie die Kraniche, würdet Ihr heute von  lautem Trompetengesang geweckt. Und wer sich nicht mehr daran erinnert, was doch gleich noch ein Nixenbegleiter ist, der schaue sich noch einmal den Blogbericht mit gleichnamigem Titel an.

Ich melde mich hier in Kürze wieder und Sonja, Gundi und ich würden uns freuen, viele von Euch am 31.10. in Steinkrichen zu treffen.

Ria Wahlen-Cordes